Karneval in Trinidad

Karneval in Trinidad

4. März 2026 0 Von admin

Unsere Karibiksaison begann dieses Jahr später als sonst. Wir kamen in Trinidad erst am 12 Januar an, nachdem wir Weihnachten mit der Familie und noch eine Woche zum Skilaufen im Südtirol verbracht haben.

Da wir deswegen kurz vor dem Karneval in Trinidad ankamen, der dieses Jahr sehr früh war, beschlossen wir für die Feierlichkeiten auf Trinidad zu bleiben , um dem zweitgrößten ( nach Brasilien) und berühmten Trinidad Karneval hautnah zu zu erleben.

Schon Wochen vorher begannen in der Hauptstadt Port of Spain Vorbereitungen für den Karneval mit Proben der Steelbands und Verkauf von Kostümen.

Das gab uns die Möglichkeit, die verschiedenen Steel Bands aus der nächsten Nähe zu betrachten, wie sie auf speziell für die Proben installierten Podesten in der Stadtmitte beim proben zu sehen und deutlich und sehr laut zu hören waren.

Als in den 1930er Jahren Bambusstangen als Musikinstrumente Vorboten worden waren begannen junge Männer aus armen Stadtvierteln von Port of Spain, als Ersatz dafür Metallgegenstände wie alte Ölfässer zu verwenden.

Durch Experimentieren stellten sie fest, dass eingedellte Ölfässer unterschiedliche Tonhöhen erzeugen konnten. Kleine Dellen erzeugen hoher Töne , größere Dellen tiefe Töne.


Wir besuchten auch mehrere Geschäfte die farbfrohe und federreiche meist sehr knapp geschnittene Kostüme anboten. Jedem stand offen sich ein Kostüm zu kaufen und durch die Wahl des Kostüms automatisch einer Gruppe ( Band) zugeordnet zu werden, mit der, man dann am Karnevalmontag und – dienstag im Straßenumzug mitläuft.

Die Kostümpreise können mehrere Tausend Euro erreichen, viele Trinidadier verschulden sich um standesgemäß bei der Parade aufzutreten.


Die erste offizielle Karnevalveranstaltung war für uns das alte traditionelle Karneval. Die Darbietungen dienten damals dazu, die weißen Besatzer zu verspotten. Und so gab es Matrosen, Ärzte, leichte Fräuleins sowie Clowns, Indianer, Teufel und Fledermäuse.
Wie es früher üblich war, traten Calypso Sänger auf mit ihrem typischen Sprachgesang, der eine Art Unterhaltung mit anderen Sängern und dem Publikum war. Wegen ihrer politischen Anspielungen wurden die Calypso Darbietungen bewußt später durch die modernere Soca Musik ersetzt, so daß Calypso nur noch selten zu hören ist.
Interessant war auch eine Vorführung der Bambusstangen Kämpfer, aber auch diese Tradition unter der schwarzen Bewölkerung erschien den Besatzern zu brutal und gefährlich, so, dass es letztendlich auch verboten wurde.


Das nächste Highlight war ein Kostümwettbewerb „Kings and Queens“.
Im Laufe der Jahre sind die vorgestellten Kostüme immer größer und schwerer geworden, sodass
die sehr schweren Kostüme aktuell mit Rädern ausgestattet werden, damit sie von der vorführenden Person bewegt werden können. Es war sehr beeindruckend die riesigen bunten und fantasievollen „Kostümaufbauten“ zu betrachten. (Wenn mann das unterste Bild genauer betrachtet, kann man in dem Kostüm die verhältnismäßig kleine Frau erkennen)
Die Veranstaltung musste allerdings wegen starkem Wind und Regen abgebrochen werden. Wegen der beachtlichen Größe und flügelartiger Federkonstruktionen waren die Kunstwerke nicht widerstandsfähig genug um dem Wind und Wetter zu trotzen.


Das nächste, von uns schon lange erwartete Event , war „Panorama“, das Finale des Steelpans Wettbewerbes. 12 Bands mit 90-120 Musikern präsentierten ihr Können auf der Bühne im Savannah Park. Es war laut, bunt und :spannend. Zum Gewinner wurde die Band mit dem Namen Exodus auserkoren.



Am Karnevals Sonntag nachts um 4:00 begann der wildeste Teil des Karnevals: J’ouvert. Ursprünglich von der schwarzer Bevölkerung erfunden, die tagsüber nicht feiern konnte und sich keine teuren Kostüme leisten konnte dafür aber bunte Farben, Schlam und Teer benutzte um ein buntes Fest zu feiern.

Die sehr knapp bekleideten Teilnemer beschmieren und bewerfen sich mit bunten Farben und Pulvern. Über die Straßen rollen Tracks mit großen Lautsprechern von denen Soca Musik in ohrenbetäubender Lautstärke ertönt, von dort werden mit Spritzkanonen ebenfalls bunte Farben verspritzt.
Wir hatten Glück und Unglück. Dadurch, dass wir ein bisschen abseits von dem Hauptgeschehen ausgesetzt wurden , wurden wir von den Farben verschont.
Aber ehrlich gesagt waren wir darauf vorbereitet und fanden es ein bisschen enttäuschend, dass wir nichts davon abgekriegt haben.



Zum krönendem Schluß erlebten wir die Große Straßenparade am Karnevalsdienstags.
Wir waren begeistert von der Vielfalt und Farbenpracht der Kostüme und der Ausgelassenheit und guter Laune der Insulaner.